Einmal mit Profis abreiten

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MichaelH
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Einmal mit Profis abreiten

Beitrag von MichaelH » 18. Okt 2020, 11:34

Hallo Forum,

Habe mir lange überlegt ob ich diesen Beitrag schreiben soll und heute ist es soweit. Sucht Euch einen gemütlichen Sitz, etwas Popcron :corn: und ein Getränk und viel Spaß beim Lesen.

Ich habe mir am 18 Juli einen NEUEN Ford Mustang GT bei einem Ford Händler gekauft. Der Mustang wurde vom Ford Händler mit zwei Tuning Maßnahmen verkauft. Es war

A) eine Spurverbreitung vorgenommen worden
B) und Federsätze zur Tieferlegung um bis zu 35mm verbaut

Ich hatte den Wagen nur auf Bildern gesehen und ihn in guten Glauben gekauft und bezahlt. Im Kaufvertrag wurden diese beiden Änderungen auch nur als Punkte aufgeführt und erweckten den Eindruck, das selbige original von Ford kommen. Vom Händler wurde mir dann der Fahrzeugbrief zugeschickt (ohne weitere Teilegutachten oder Abnahmen vom TÜV etc) und ich habe den Wagen dann auf der Zulassungsstelle erfolgreich zugelassen.

Mit den Kennzeichen bin ich dann zum Händler gefahren (350 km entfernt). Dort habe ich den Wagen in Empfang genommen und habe mich nach kurzer Einweisung auf dem Heimweg gemacht.

Auf dem Heimweg habe ich dann einen Mangel festgestellt. Am Lenkrad (die Stelle die beim Fahren zwischen den Beinen ist) habe ich einen Kratzer festgestellt. Das habe ich dann am selben Tag noch mittels Bild dem Händler zur Kenntnis gebracht und es wurde mir ein Austausch angeboten. Der Händler teilte mir mit, dass wenn Mitte August neue Mustang kommen würde er mir vor Ort das Lenkrad gegen ein Neues austauschen.

Die Aktion zog sich dann doch Anfang September war es soweit und ich fuhr erneut die 350 KM (einfach) zum Händler. Dort wurde das Lenkrad auch wie zugesagt ausgetauscht. Die Aufwände für Sprit und Zeit sollten mir in Naturalien (Teile) ausgeglichen werden, worauf ich mich auch einließ (selbige sollten mir dann zugeschickt werden). Auf dem Rückweg noch tanken und dann Richtung Autobahn. Kurz vor der Autobahn Auffahrt musste ich dann in dem NEUEN Lenkrad wieder einen Kratzer feststellen. Ich drehte daraufhin um und reklamierte dies. Man tauschte das eben erst Ersetzte Lenkrad aus. Nach eingehender Kontrolle meinerseits, trat ich dann mit dem neuen Lenkrad den Heimweg an.

In der darauffolgenden Woche wollte man mich vom Händler anrufen und mir mitteilen wann die vereinbarten Teile mir zu gehen sollten. Es gingen wieder 2 oder 3 Wochen ins Land und kein Paket oder eine Reaktion des Händlers. Anrufe von mir und die Bitte mit dem Geschäftsführer zu sprechen waren nicht von Erfolg gekrönt. Alle (Geschäftsführer und Verkäufer) seinen in Urlaub oder nicht da und man würde die Nachricht weitergeben. Irgendwann, eine weitere Woche später meldete sich der Geschäftsführer und daraufhin der Verkäufer. Sie wollen sich um die mir zugesagten Teile bemühen. Einige Zeit später trafen dann wie zugesagt die Teile bei mir ein.

Letzte Woche räumte ich den Wagen aus und fand im Auto zwei Teilegutachten von Drittherstellern – für die Spurverbreitung und die Tieferlegung. Mir stelle sich nun die Frage ob ich selbige eintragen lassen muss. Recherchen im Internet waren nicht sonderlich informativ und so klärte ich die Frage bei einem Termin bei meiner Zulassungsstelle. Dort erfuhr ich, dass ich selbige Teile eintragen lassen muss. Hierzu ist zusätzlich eine Abnahme durch die Dekra oder den TÜV erforderlich. Ich verließ also die Zulassungsstelle und fuhr rüber zur Dekra, die genau gegenüber liegt.

Das die Tieferlegung und Verbreiterung eintragungspflichtig sind wurde vom Dekra Mitarbeiter genauso gesehen. Er meinte das müsste eigentlich vom Verkäufer erledigt worden sein und ich solle doch mal den Ford Händler anrufen. Am nächsten Tag erreichte ich den Ford Händler, der meinte, die Teile wären nicht eintragungspflichtig und eine Gesamtabnahme am Wagen hätte er nicht. Ich bot Ihm an das mit dem Dekra Prüfer auszudiskutieren und er ließ mich mit seinem Werkstatt-Meister verbinden. Der Werkstatt-Meister bestätigte die Eintragungspflichtigkeit und erklärte mir, dass er wieder zurückrufen würde.

Ich also wieder zur Dekra um die Abnahme durchführen zu lassen. Der nette Prüfer bei der Dekra legte los. In der Zwischenzeit rief mich mein Händler zurück und teilte mir mit, dass sie die Kosten für die Gesamtabnahme übernehmen würden. Kurze Zeit später kam der Prüfer zu mir mit den Worten „ich will Sie ja wirklich nicht ärgern und gern helfen aber ….“. Wir gingen zum aufgebockten Auto und er erklärte mir, dass nur auf der Vorderachse eine Spurverbreiterung vorhanden sein und nicht auf der Hinterachse. Genau diese Kombination „nur vorne“ sei laut Teilegutachten nicht erlaubt und somit eine Abnahme nicht möglich.

Ich rief meinen Händler wieder an, der nicht sagen konnte ob und wie welche Verbreiterung vorgenommen sein. Wo ist also die Spurverbreiterung an der Hinterachse geblieben?

Der einzige der an meinen Rädern in der Zwischenzeit etwas gemacht hat, war der Ford Händler bei mir um die Ecke, der mir zwei Tage vorher neue Winterreifen aufgezogen hat. Ich fuhr also zu meinem Ford Händler um die Ecke und erkundigte mich ob dem Monteur der die Winterreifen aufgezogen hat etwas aufgefallen sein. Der Meister kam zu mir und teilte mir mit, dass die Reifen eingelagert seien und dem Monteur nichts aufgefallen sein. Sprich die Spurverbreiterung an der Hinterachse ist entweder nie vorgenommen worden oder beim Aufziehen der Winterreifen verschwunden. Um einen Abnahmefähigen Zustand herzustellen werde ich mir jetzt die Spurverbreiterung vorne entfernen lassen und damit dann hoffentlich die Unterlagen von der Dekra für die Zulassung bzw. Nachtragung zu erhalten.

Kleine Anekdote zum Schluss. Ein paar Wochen vorher gab es einen „Tuning und Raser Tag“ in Hessen, an dem die Exekutive Kontrollen in Hessen vornahm. An selbigem Tag war ich auch in Hessen unterwegs. Ich kam vom Essen und die Seitenstraße die ich zum parken nutze, wurde von der Exekutive zur Kontrolle nach dem Anhalten von Fahrzeugen genutzt. Quasi direkt vor mir stand ein Wagen eines Fahrzeugherstellers aus Stuttgart und daneben drei ausländische Mitbürger. Ihr Wagen von einer Gruppe der Exekutive Umringt und man schaute sich alle Teile im genau an. Ich steig in meinen Mustang und startete den Motor. Wie auf Kommando richteten sich alle Augen auf mich. Ein Polizist rief mir zu „na ist das alles original“ und ich antwortete „ja alles Original“. Die Mitarbeiter der Exekutive ließen mich fahren, da sie nur einen Wagen gleichzeitig kontrollieren können. Im Nachhinein betrachtet heißt es zwar „Unwissenheit Schützt vor Strafe nicht“ und ich war dahin gehend vielleicht zu naiv und habe auf den Status Neuwagen vom Ford Händler vertraut.

Aktuell bin ich dran die Unschärfen abzustellen und alle Eintragungen vornehmen zu lassen. Ich hoffe mir gelingt das kurzfristig. Drückt mir die Daumen.

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Re: Einmal mit Profis abreiten

Beitrag von Markus99 » 18. Okt 2020, 13:08

Hi,
ja so sind leider manche der Profis. Ich würde mal schaue, ob die Spurverbreiterung vielleicht an den hinteren Felgen noch ist.

Viele Grüsse
Markus
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Re: Einmal mit Profis abreiten

Beitrag von MichaelH » 18. Okt 2020, 13:10

Hallo Markus,

danke für die Reaktion. Da die Spurverbreiterung nur sehr dünn ist und auch nur gesteckt habe ich das bereits geprüft und auch von zwei weiteren Kündigen bestätigen lassen.

Gruß
Michael

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Re: Einmal mit Profis abreiten

Beitrag von MichaelH » 24. Okt 2020, 09:30

Kurzes Update zum aktuellen Stand und den Geschehnissen dieser Woche.

Ich war bei dem Fordhändler von dem ich die Winterreifen bekommen habe. Eine Schraube im Reifen hinten rechts erforderten den Austausch des selbigen. Ich gab den Wagen ab um den Reifen hinten rechts und die Distanzscheiben vorne entfernen zu lassen.

Nach einiger Zeit kam dann der Meister des Betriebes zu mir und verkündete "hinten müssen wohl doch Scheiben drauf gewesen sein müssen und selbige bei ihnen verschwunden sein". :Hä: :eek:

Schade das sowas passieren kann! Die Bekenntnis in Verbindung mit dem Heilen des Schadens stimmte mich, in einem temporären Schächezustands und dem Verlust an die Professionalität der dort arbeitenden Monteure glaubend, milde. In gleichem Atemzug erfuhr ich das vorne "überraschenderweise" noch neue Radmuttern drauf müssen. Die Rechnung und die damit idealerweise einhergehende Kulanz habe ich mir anders vorgestellt.

Jetzt gilt es einen Termin beim TÜV zu bekommen und dort alles abnehmen zu lassen um dann die Eintragungen bei der Zulassungsstelle vorzunehmen. Ich bin schon gespannt wie das ausgeht und halte Euch auf dem laufenden.

PS: Der Ford Händler bei dem ich den Wagen gekauft habe, hat sich nicht gemeldet und erkundigt wie der aktuelle Zustand ist zu dem Wagen den er mir ohne die fehlende Abnahme verkauft hat.

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Re: Einmal mit Profis abreiten

Beitrag von stang-gt-cs » 24. Okt 2020, 19:22

Ist die Ü-Schrift denn beabsichtigt, oder kam das Fehlerteufelchen vorbei?
US :S550_RAC: C/S nicht aus Litauen, sondern auf dem direkten Weg FL>D.
2018er Chevy 3500 ExPa 6.0LV8
1976er Diplomat B 5.4LV8 1.Hd. Der ist seit EZ 1976 in Familienbesitz.

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